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Faktencheck Übergewichtszahlen Kinder

Ein fröhliches kleines Kind hält ein gelbes Eis am Stiel und lacht breit in die Kamera. Neben ihm sitzen weitere Kinder. Das Bild zeigt unbeschwerte Momente, die durch eine Zuckersteuer teurer werden könnten, weil süße Eisprodukte stärker belastet würden

 

Stabile Übergewichtszahlen bei Kindern in Deutschland

Die aktuelle KiGGS-Studie (2014–2017) zeigt im Vergleich zur Basiserhebung von 2003–2006 keinen Anstieg von Übergewicht oder Adipositas bei Kindern und Jugendlichen. Laut Robert Koch-Institut deckt sich diese festgestellte Stagnierung mit anderen nationalen Studien. Auch Daten aus Schuleingangsuntersuchungen der Bundesländer belegen, dass nach einem früheren Anstieg bis 2004 zwischen 2004 und 2008 keine weitere Zunahme der Übergewichts- und Adipositasprävalenz für Kinder vor dem Schuleintritt zu beobachten war.

 

Eine Abfrage der Bundesländer aus dem Jahr 2019 bestätigt ebenfalls, dass die Häufigkeit von Übergewicht und Adipositas bei Einschulungskindern in den vergangenen Jahren weitgehend konstant geblieben ist.

Der Blick nach Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein lag der Anteil übergewichtiger oder adipöser Kinder im Untersuchungsjahr 2022/2023 mit 11,6 Prozent auf dem gleichen Niveau wie 2014/2015. Trotz dieser stabilen Zahlen wird im Landtag derzeit über die Einführung einer Zuckersteuer bzw. Herstellerabgabe diskutiert – ein politischer Vorstoß, der nicht die gewünschten Erfolge bringt, wie wir hier näher erläutern.

Keine neue Dringlichkeit erkennbar

Unbestritten ist, dass es einen gesamtgesellschaftlichen Auftrag gibt, Kindern ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen. Die in den Begründungspapieren von Schleswig-Holstein unterstellte neue Dringlichkeit lässt sich aber aus den aktuellen Zahlen nicht ableiten. Ebenso lässt sich nicht ableiten oder belegen, dass Übergewicht im Kinder- und Jugendalter unabdingbar zu Übergewicht im Erwachsenenalter und damit einhergehenden Herz-Kreislauferkrankungen führt.

Datenlücken bleiben bestehen

Ein bundesweiter Anstieg der Übergewichtszahlen ist wissenschaftlich nicht belegt. Vielmehr fehlen derzeit verlässliche Daten zu Lebensmittelverzehr, Nährstoffversorgung sowie zur Verbreitung von Übergewicht, Adipositas und den Vorstadien ernährungsmitbedingter Erkrankungen. Das Nationale Ernährungsmonitoring „nemo kids/family“ soll diese Lücke künftig schließen.

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