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Zuckerverbände: Eine Zuckergetränkesteuer widerspricht den Zielen der Koalition

vor 2 Tagen
2 Min. Lesezeit

Das Bundeskabinett hat heute eine Formulierungshilfe für ein Zuckergetränkesteuergesetz beschlossen. Die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker (WVZ) sieht darin einen Bruch mit zentralen Zielen des Koalitionsvertrags und fordert die Abgeordneten auf, das Gesetz zu stoppen.



Die Zuckergetränkesteuer nimmt die nächste Hürde. Am 14. Oktober 2026 hat das Bundeskabinett eine Formulierungshilfe für das Zuckergetränkesteuergesetz (ZuckGStG) auf den Weg gebracht. Nun ist der Bundestag am Zug.


Günter Tissen, Hauptgeschäftsführer der WVZ, wirft Union und SPD vor, sich damit von eigenen Versprechen zu verabschieden. Der Koalitionsvertrag setze auf Bürokratieabbau, Entlastung der Verbraucher, wirtschaftliches Wachstum und die Wertschätzung regionaler Lebensmittel. Die Steuer bewirke das Gegenteil: neue Belastungen und mehr staatliche Eingriffe. Ein gesundheitlicher Nutzen sei weiterhin nicht nachgewiesen.


Die Verantwortung liege jetzt bei den Abgeordneten, so Tissen. Sie müssten den Vorschlag an den selbst gesetzten Zielen messen. Sein Fazit: Das Gesetz mache „niemanden schlanker“, gefährde aber Arbeitsplätze und Wertschöpfung im ländlichen Raum.


Kein Beleg für weniger Übergewicht


Die WVZ verweist erneut auf Großbritannien. Dort gilt seit 2018 eine Zuckersteuer. Der Zuckerverzehr ist seitdem gesunken, das Übergewicht steigt jedoch weiter. Auch in den mehr als hundert Ländern mit einer vergleichbaren Steuer sei kein belastbarer Effekt auf die Entwicklung von Adipositas erkennbar.


Häufig angeführte Modellrechnungen taugen laut WVZ nicht als Beleg. Sie setzen voraus, dass die Steuer das Körpergewicht senkt, ohne dass dies wissenschaftlich nachgewiesen ist. Ein Gutachten im Auftrag des Lebensmittelverbands Deutschland kam 2025 zu dem Ergebnis, dass keine der zentralen Studien den Anforderungen evidenzbasierter Politik genügt.


Mehr Bürokratie, weniger Selbstbestimmung


Eine neue Steuer bedeutet Meldepflichten, Kontrollen, Genehmigungen und Verwaltungskosten. Für Unternehmen und Steuerzahler. Statt neuer Regulierung brauche Prävention Ernährungsbildung und Aufklärung, so die WVZ. Verbraucher müssten selbst über ihre Ernährung entscheiden können.


 
 
 

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