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Zuckerwirtschaft warnt: Zuckersteuer kostet Arbeitsplätze auf dem Land

6. Juli
2 Min. Lesezeit

Die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker (WVZ) kritisiert die Pläne der Koalition scharf. Statt einer Zuckerabgabe soll nun eine Zuckersteuer kommen, und zwar bereits 2027. Aus Sicht der Zuckerwirtschaft trifft sie vor allem ländliche Regionen.


Anfang Juli 2026 wurde bekannt: Die zunächst diskutierte Zuckerabgabe ist offenbar vom Tisch. Stattdessen plant die Koalition eine Zuckersteuer, die schon 2027 statt 2028 in Kraft treten soll. Die WVZ wirft der Koalition vor, es gehe dabei nicht mehr um Prävention, sondern um Haushaltslöcher. Die Einnahmen sollen helfen, den Bundeszuschuss für die gesetzlichen Krankenkassen zu finanzieren.


„Den Preis zahlt die Wirtschaft“, sagt Günter Tissen, Hauptgeschäftsführer der WVZ. Das Konzept koste Arbeitsplätze und Wirtschaftskraft in ländlichen Regionen: in den Zuckerfabriken, in der Landwirtschaft und entlang der gesamten Wertschöpfungskette.


Die WVZ nennt drei zentrale Argumente gegen die Steuer.


1. Arbeitsplätze in Gefahr


Nach Einschätzung der WVZ führt die Steuer dazu, dass Hersteller heimischen Rübenzucker verstärkt durch Süßstoffe ersetzen. Die Nachfrage nach Zucker sinkt. Die Branche steckt nach eigenen Angaben ohnehin in ihrer schwersten Krise seit Jahrzehnten. Tarifgebundene Arbeitsplätze und Wertschöpfung würden wegfallen. Auch der Rübenanbau, der nach Angaben der WVZ wichtige Leistungen für die Umwelt erbringt, würde zurückgehen.


2. Mehr Bürokratie statt weniger


Deutschland hatte bereits eine Zuckersteuer. Sie wurde 1993 abgeschafft, weil sie sich laut WVZ nicht gelohnt hat. Eine neue Steuer bringt erneut Meldepflichten, Kontrollen, Genehmigungen und Verwaltungskosten mit sich. Für Unternehmen und Steuerzahler. Das widerspricht dem angekündigten Bürokratieabbau.


3. Kein Nachweis für gesundheitliche Wirkung


Eine Zuckersteuer ist aus Sicht der WVZ keine Gesundheitspolitik. Das zeigt das Beispiel Großbritannien: Dort gilt die Steuer seit 2018. Der Zuckerverzehr ist gesunken, das Übergewicht in der Bevölkerung steigt dennoch weiter.


Über die WVZ

Die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker ist die zentrale Organisation der deutschen Zuckerwirtschaft. Ihr gehören die Verbände der rund 21.000 Rübenanbauer, die vier Zucker erzeugenden Unternehmen sowie Firmen des Zuckerhandels an.

 
 
 

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